Ab in den Süden, der Sonne hinterher!- das war heute unser Motto als wir (mehr oder weniger) frisch und munter heute morgen um acht aus dem Bett gehüpft (gekrochen) sind. Mein 19 kg-Monster von Rucksack stand schon bereit und wir haben uns halb elf auf den Weg Richtung Stadt gemacht, wo unser Bus um halb zwölf nach Glendalough fahren sollte.
So weit so gut. Wir sind also in der Stadt aus der Ubahn ausgestiegen, haben uns gegenseitig die Rucksäcke aufgewuchtet und sind losmarschiert. Als wir noch einige Straßenzüge von der Haltestelle weg waren haben wir mal auf die Uhr geschaut- und sind losgeflitzt so schnell das mit den Rucksäcken möglich war. Es ist einfach so viertel nach elf gewesen! Wir haben keine Ahnung wie die Zeit so schnell vergehen konnte, da wir echt nicht getrödelt haben.
Reichlich verschwitzt haben wir den Bus dann noch rechtzeitig erreicht und ein Ticket nach Glendalough gekauft. Dass wir nur ein Hin- aber kein Rückticket haben wollten hat den Busfahrer wohl ziemlich irritert, aber freundlich wie die Iren halt sind, hat er es mit einem lächelnden "interessant!" kommentiert.
Auf der anderthalbstündigen Fahrt hat sich unsere Vorfreude quasi (na René? Dein lieblingswort;) ) Unermessliche gesteigert:
Überall um uns herum zogen sich Bergkämme in die Höhe, riesige Gipfel ragten in den Himmel, als wären sie aus dem Boden gestampft worden, kleine Bäche und rauschende Flüsse zerfurchten die Landschaft, knorrige Bäume und Sträucher drängten sich an die Steinmauern, die die Schafsweiden zur Straße hin begrenzten und raue Felswände ragten steil an der Straße auf. Nach Tagen in der lauten Stadt kamen wir uns vor wir im Paradies als wir ausstiegen!
Die Vögel zwitscherten und außer dem leisen Rauschen eines nahegelegenen Baches hörten wir NICHTS!
Von der Haltestelle aus liefen wir noch zehn Minuten eine Anhöhe hoch, bis wir am Hostel ankamen. Das liegt genau an Glendaloughs einziger richitigen Sehenswürdigkeit (immerhin haben sie eine bei ca. 100 Einwohnern!): dem Round Tower. Er steht auf einem Friedhof und diente den Mönchen, die ihn um ca. 900 errichtet haben, als Zufluchtsstätte bei Wikingerangriffen.
Im Hostel (Jugendherberge) angekommen, wurden wir nett von Trish empfangen, einer recht korpulenten Frau in den 40ern der das Hostel gehört.
Weil wir das von anderen gehört haben, haben wir nachgefragt, ob sie einen Job für uns hätte, damit wir hier kostenlos schlafen dürfen. Sie meinte, dass das schon ginge, sie das aber nur ab 7 Tagen Aufenthalt macht, weil die Leute erst dann richtig eingearbeitet sind. Wir haben uns also kurzfristig entschlossen, 7 Nächte zu bleiben statt der gebuchten 4 und somit 60 Euro zu sparen. Wir müssen hier nur die Zimmer reinigen, die belegt sind, was laut Trish ca. 2 Stunden in Anspruch nimmt, später weniger wenn wir wissen was genau wir wie machen müssen. Um 10.30 Uhr fängt die Arbeit..leider ziemlich spät, was uns nicht so richtig passt, weil wir extra wegen der Wanderwege im Wanderführer hergekommen sind, aber dafür sparen wir hier Geld, dass wir woanders nutzen können. Außerdem dürfen wir hier kostenlos mitfrühstücken!:)
Apropros essen.. wir brauchten natürlich was zu essen für die nächsten Tage, deshalb haben wir gefragt, wo man hier einkaufen kann. Die Antwort? "Im nächsten Ort, zwei Kilometer die Straße runter!"... Naaaaa super dachten wir uns und sind losgelaufen.
Natürlich haben wir erst noch einen Abstecher auf den Friedhof gemacht und das hat sich echt gelohnt. Der Turm ist zwar schon eindrucksvoll, aber die Grabsteine, die kreuz und quer auf die Wege ragen, total verwittert und an längst vergessene Personen erinnern, waren der Wahnsinn. Durch sie und die vielen dunklen Tannen hat der ganze Friedhof etwas mystisches bekommen, das uns in seinen Bann gezogen hat. So langsam verstehe ich, warum große Autoren aus Irland stammen! Die kleinen Ruinen, deren Dächer aus Schiefer oder den gleichen Steinen wie die Wände gebaut sind, die weiten Wiesen und die unglaubliche Stille regen zum Träumen an.
Als wir uns losreißen konnten und weiter Richtung Laragh, dem nächsten Ort, gelaufen sind, hielt keine fünf Minuten später ein Auto an und die beiden junge Kerle fragten uns, ob wir nach Laragh wollen und sie uns mitnehmen sollen. Da haben wir natürlich nicht nein gesagt, wenn eins von den zwei Autos, die hier alle paar Stunden mal durchfahren, extra anhält!
In Laragh sind wir dann in den Shop gegangen- und fast rückwärts wieder rausgefallen. Drei Miniregale mit dem notwendigsten Kram standen in dem kleinen Laden, mit Preisen, bei denen einem das Essen im Hals stecken bleibt. 500g Nudeln für 3, 50 Euro!!! Da wir aber nun mal was zu essen brauchten, haben wir uns mit einem Minimum an Brot, Marmelade, Nudeln, Soße, Wurst und Käse eingedeckt und haben dafür 20 Euro hingelegt. Als wir uns auf den Rückweg machten, haben wir dann den Laden entdeckt, den Trish wohl eigentlich meinte. Tja, da gab es viel mehr zu viel günstigeren Preisen (500g Nudeln für 1 Euro), sodass wir unser Essen ein bisschen aufgestockt haben- und uns natürlich kräftig in den Hintern gebissen!
Die zwei Kilometer zurück mit den schweren Tüten mussten wir dann tatsächlich zu Fuß zurücklegen (Frechheit, einer Sandt keinen Platz im Auto anzubieten oder?!:D)...
Im Hostel angekommen waren wir echt erledigt und haben uns nur noch auf unsere Nudeln gefreut. Die waren auch echt lecker;)
Jetzt geht's ab unter die Wechseldusche (mal kochend heiß, mal arschkalt) und dann ins Bett! Wir haben übrigens dank unseres Jobs ein zweibettzimmer statt zwei Betten im Zehner Schlafsaal:)
Lieben Gruß aus dem endlich sonnigen Irland!
"Eine Reise ist wie ein Trunk aus der Quelle des Lebens"- Ich möchte einen großen Schluck aus dieser Quelle nehmen und suche sie nun auf der grünen Insel. Jeden, den es interessiert, möchte ich mitnehmen durch meine Höhen und Tiefen, meine Erlebnisse und Erfahrungen und euch ein Stück der Welt durch meine Augen sehen lassen.
Freitag, 17. Januar 2014
Bye Dublin, hello nature!-17.1.14
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Tja da sag ich nur LEHRGELD...beim nächsten mal einfach: erst guckst du dann kaufen :-) ganz viel spaß und gutes Gelingen LG auch an Steffi
AntwortenLöschenWow wunderschöne Gegend und der Friedhof ist wirklich mystisch :0 ich hoffe ihr habt noch mehr Gelegenheiten nette Bekanntschaften zu machen die euch weiter bringen. Glückwunsch zum ersten job in Irland. Woohooooooo aufregend
AntwortenLöschenDas ist das Irland wie ich es mir quasi (hehehe) vorstelle!! Sehr schön, mach fleissig weiter bilder und noch viel spass:)
AntwortenLöschenNa du fleißige Schreiberin,danke für deine Mitteilungsfreude und schöne Erzählart,ich bin gern mit dabei,wenn auch aus der Ferne. Wünsche euch auch neben dem Job Zeit zum Wandern-und immer gut Wetter und Zeit dabei beobachten-( na jetzt kehr ich schon wieder die Muttiart raus-seid ja Groß :-)
AntwortenLöschenliebste Grüße)
oh man,oh man wie schön soviel am Abend lesen zu können...............
AntwortenLöschenbei manchen Bildern fühl ich mich nach Schottland versetzt ( Friedhof )mystisch.....
die Herberge wo ihr untergekommen seit haben wir auch schon gefunden und ich muß sagen super, als ob sie in einem Tal im Niergendwo liegt, paßt auf euch auf das man euch nicht in den Rundturm entführt :)........
viel Freude und Spaß in Glendalough und auf euren Wanderungen.....
liebe Grüße von Omi