Freitag, 21. Februar 2014

Kalt-21.2.14

Natürlich hat mich diese Nacht die Kälte trotzdem eingeholt. Meine Heizung hat auch abends nicht funktioniert und da sie nachts eh nicht läuft (per Timer) war es extrem kalt. Zwischendurch habe ich wieder geschwitzt und wirre Dinge geträumt, ich hatte das Gefühl, dass ich wieder Fieber hatte.
Ihr könnt euch also vorstellen, mit welcher Motivation ich aus dem Bett gekrochen bin. Heute war es wirklich ganz ganz schlimm. Das einzige, das mich dann doch zum Aufstehen bewegt hat? Letzter Arbeitstag vorm Wochenende!
Der Wind hatte sich über Nacht zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelt und blies mir die Tür erst mal schön ins Gesicht, als ich nach draußen gehen wollte. Der Regen sorgte für eine erfrischend kühle Morgendusche...
Nachdem wir den MM beseitigt hatten, verschwand Gwenno plötzlich. Er durfte bei dem Sauwetter im Shop beim Regale-Einräumen helfen, da eine große Lieferung erwartet wurde.
Warum keine von uns Mädchen helfen durfte? "Der Mitarbeiter kann nicht gut mit Frauen"- ja, im Ernst!
Dafür, dass es wirklich kalt und nass war und meine Glieder sich nach zwei Minuten in der Kälte wie Eisklötze angefühlt haben, hatten wir dann doch erstaunlich viel Spaß bei unserer heutigen Arbeit-unserem absoluten Lieblingsjob (Achtung: Ironie): Scheiße-Schippen!
Wir fanden uns nach kurzen Anweisungen also auf einem Feld neben dem Haus wieder, knöcheltief in der zersetzen Kuh-Kacke und schippten den ganzen Mist in zwei Schubkarren, die wir dann quer über das Feld befördern durften. Dort bewaffneten wir uns mit Schaufeln und Forken und dann viel der Startschuss für eine neue olympische Disziplin:
"Scheiße-Weitwurf"
Die Aufgabe: Befördere den Inhalt der Schubkarre auf ein 5x2m großes Feld und verteile den klumpigen Mist dabei so gut es geht.
Es artete in eine Mischung aus Schlamm-(Kacke)Schlacht, Tennis und Diskuswerfen aus. Zunächst benutzen wir die Schaufeln und Forken, um den Mist über unsere Köpfe hinweg auf das Feld zu schleudern, damit auch jede hinterste Ecke damit bedeckt ist (und die Schaufeln sind schon ohne Mist nicht sehr leicht). Die Bewegung glich dem Diskuswerfen (manchmal sogar mit einer Umdrehung!) und unser Schnaufen und Schreien den Ausrufen von Tennisspielern.
Irgendwann begnügen Erika und ich uns mit unseren Händen und wir warfen die ganze Kacke einfach mit behandschuhten Händen aufs Feld.
Wie wir hinterher ausgesehen haben?
Nun... jeder hatte ein bisschen Scheiße im Gesicht-und ungefähr so riecht man auch nach einem Tag auf/in dem Misthaufen.
Weshalb "in"? Nunja...
Der Misthaufen wird durch einen kleinen Zaun begrenzt und wer immer die Leidtragende war und den Mist hinter dieser Begrenzung in die Schubkarren befördern durfte, wurde von den anderen beiden dabei wie ein Zootier beobachtet. Dabei haben wir eine neue Rasse entdeckt:
Das so genannte "Arbeitstier". Es spielt gerne mit Mist, wischt es sich bei Bedarf sogar selbst ins Gesicht und wenn man es unnötig reizt, sollte man den aus dem Misthaufen-Bereich fliegenden Scheißeklumpen besser ausweichen.
Nachmittags durften wir dann eine entspanntere Arbeit antreten- im geschützten Gewächshaus pflanzten wir Kopfsalatsamen in mit Erde befüllte Klopapierrollen- ja, hier wird wirklich alles recycelt!
Am Ende des Arbeitstages war ich bis auf die Knochen durchgefroren und am Ende meiner Kräfte...ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr auf ein Wochenende gefreut!
Nach dem (sehr fettigen) Abendessen haben wir uns ein Rugby-Spiel im Fernsehen angesehen: Wales vs Frankreich- 26:7... Gwenno war echt enttäuscht:-D
Zum Abschluss noch ein paar gute Nachrichten:
Ich kann St Patricks Day bei Emmett verbringen und am Sonntagabend (der Abend vorm eigentlichen Paddys Day) mit ihm und seinen Freunden ausgehen, da das alle am Sonntag machen, weil sie Dienstags arbeiten müssen.
Für alle, die es noch nicht wissen: ich komme am 17.3. wieder nach Hause. Warum so früh?
Ich möchte gerne noch einen Monat mit Interrail durch Europa reisen und dafür brauche ich Geld. Ich habe in Irland alles gesehen, was ich wollte und deshalb wäre es nur Geld-und Zeitverschwendung, noch hierzubleiben...auch wenn ich ganz sicher noch einmal zurückkommen werde!
Jo hat mir angeboten, nächste Woche Montag für eine oder anderthalb Wochen wiederzukommen, und wenn ich keine andere Farm für diesen Zeitraum finde, werde ich das auf jeden Fall tun! Denn dann kann ich die Zeit zum Paddys Day überbrücken ohne viel ausgeben zu müssen und außerdem gefällt mir die Farm super super gut.
Lieben Gruß aus dem regnerischen, kalten und windigen Irland!

P.S.: Lasst was von euch hören!

2 Kommentare:

  1. Ich freue mich, daß wir dich bald wieder in den armen halten koennen. Ja,sooooo gross ist das Land nicht und wenn du die dinge,welche dich interessiert haben gesehen hast, muss man den Aufenthalt nicht unnötig verlängern. Es gibt ja noch so viele andere Dinge in der Welt zu sehen. Auf der Farm geht es ja richtig zur Sache. Von Leuten, die mit Geld um sich schmeißen hat bestimmt jeder schon gehört, aber von Leuten, die mit schei..e um sich werfen sicherlich nicht. evtl.ist das auch eine glueckszeremonie in Irland. Man weiß es halt nicht. Bleib gesund, checked deine Transfer moeglichkeiten am 17.3.ganz genau.nicht das die busfahrer lieber im Pub sitzen und feiern wollen. Ganz liebe grüße aus Celle

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  2. juhuuuuuuuuuuuu, schön das du bald wieder hier bist und ich dich so richtig drücken kann, also dein Bericht heute klingt wie Arbeitslager Sibieren....................
    das du zum Paddys Day mit Emmet kannst und kein Hotel nehmen mußt find ich ja super, sei vorsichtig wenn die Burschen Shifts verteilen...........................
    ja mein Engelchen du hast wirklich viel erlebt und gesehen in dieser kurzen Zeit und wenn du mal wieder Lust auf Irland hast, dann bitte im Sommer da holt man sich nicht so schnell eine Erkältung..................
    freu mich auf dich, halte weiterhin durch und dich warm, Küßchen deine Omi

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